Presse [Auszüge]:
Post versieht seine Gitarre mit reichlich Störgeräuschen, nudelt fingerwuselige Soli oder jagt Rückkopplungen durch die Gegend, während Winter allerlei Gerätschaften als Slide-Röhrchen zweckentfremdet und seinen Bass zu fernöstlichen Impressionen wie eine chinesische Laute säuseln lässt...
...oder Wegener pfeift auf Tröten und pinselt mit Reisigbesen in Klangschalen differenziert klingelnde Tongemälde...
Aber wohin immer sie auch fliegen und auf welcher Welle sie gerade reiten: Sie tun es intensiv, emotional und mit spannungsgeladener Dichte. Und tanken Humor als zuverlässigen Langstrecken-Treibstoff.
Ein leises Rascheln, zwei Flageolett-Töne verklingen langsam. Stück für Stück baut sich ein perkussives Rhythmus-Gerüst auf, auf dessen Fundamenten sich später ein tosendes Sound-Gewitter zusammenbrauen und entladen wird...
Auf eine Entdeckungsreise durch ein Terrain voll bizarr-schöner Klanglandschaften begibt sich, wer ein Konzert des Ensembles fliegen und surfen besucht...
Angstschreie der Stimmperformerin Monika Lilleike und die wummerndenNoise-Attacken von Bassist Guy Winter und Gitarrist Frank Post unterstreichen die Dramatik...
Es ist die Prozesshaftigkeit
der Musik von fliegen und surfen, die sie interessant macht.Das Streifen durch
widerborstige atonale Gefilde, durch harmonisch-meditative Klangflächen,
ebenso wie durch die klar umzirkelten Einheiten eines einfachen Grooves. Dazu
Lilleikes
Stimm-Performance, in der sich auf spannende Weise Laute des Staunens, des
Trotzes, der Wollust oder des Ärgerns mit Gesangsfragmenten abwechseln...
Eine impulsive, originelle und erfrischende Musik auf jeden Fall. Frei wie ihr Improvisieren ohne vorgegebenes Thema ist auch der Klangreiz ihrer Stücke...
Lilleike hat lange Zeit
in China und Japan verbracht, um die dortige Bühnenkunst kennen zu lernen.
Das ist ihrem Stil durchaus anzumerken. Die für europäische Ohren
sprunghafte Ausdrucksweise der asiatischen Oper vermengt sie mit einer gewöhnungsbedürftigen
Stimmperformance. Sie schreit, jammert, seufzt, hechelt und würgt die
Laute hervor. Zerhackt
die Sätze in Worte, diese in Silben, schließlich in Buchstaben.
Ihre Bandkollegen gehen derweil eigene Wege: Schlagwerker Bernd Wegener bearbeitet
sein Instrument nicht nur mit Stöcken, sondern auch mit den Händen.
Er schlägt und streichelt es, lässt die Klänge sphärisch
schillern, bewirft es mit Holzstäbchen. Gitarrist Frank Post wiederum
zwingt seinem Instrument gepresste Laute ab, lasst es von ferne hallend wimmern,
während Bassist Guy Winter unbeirrt tiefe Wellen aussendet.
Es gibt keine Kategorie, diese Musik einzuordnen. Auch mit dem Verstand ist
sie nicht zu greifen, denn hier ist alles bloßes Gefühl: Es zählt
allein die Intuition des Augenblicks. Gelegentlich scheint sich so etwas wie
ein Muster in die Musik einschleichen zu wollen, scheint sich der Klangteppich
zu einem Bild zu verdichten. Doch immer, wenn die Illusion eines Taktes auftaucht,
das Trugbild einer Melodie sich in das Ohr nisten will, zersplittern die Vier
jeden Rhythmus, lagern die Bruchstücke übereinander und schaffen
so immer neue Klangwelten. [
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